Donnerstag, 14. September 2017

Naturdonnerstag (78 + 19) - Kiefernheide

In der vergangenen Woche stieg ich aus dem Bus mal eine ganze Station früher aus und wanderte durch die lange nicht von mir begangene Straße parallel zur Dahme meinem Wald vor der Haustür zu.










Es wird zz. viel gebaut und auf vielen Neubau-Grundstücken herrscht in Sachen Natur gähnende Leere, fruchtlose Einfalt und oft genug überdimensionierte Versiegelung. Schade. (Ist noch höflich ausgedrückt..., ich empfinde weit ärger...) Umso wohltuender gleich daneben dann der Blick übern Zaun in einen blühenden Spätsommergarten.








Mein Dorf erstreckt sich entlang von fünf Gewässern, mit dem traurigen Resultat, dass Besucher oder Nichtwassergrundstücksnutzer oder -eigentümer kaum etwas von dieser Wasserfülle haben. Wenn dann die wenigen öffentlich zugänglichen Stellen wie diese Wasserentnahmestelle für die Feuerwehr dann noch eher trostlos als einladend wirken, umso schlimmer. Klar Kompostierung ist gut und richtig und wichtig, aber die Haufen sollten doch bitte im eigenen Garten Platz finden und nicht vor der Tür. Das geht, wenn man will. Viel schöner wäre hier doch eine Bank und ein behutsames Freischneiden für ein paar Minuten der Muße mit Blick aufs Wasser.









Nun ist die Jahreszeit, in der zu Braun- und Grüntönen unser Kiefernwald Farbe bekommt. Die Besenheide blüht. Von Kindheit an kannten wir sie, sie hieß bei uns Heidekraut, wir lernten, dass es geschützt ist und nur wenige Zweiglein in ein Sträußchen durften, das aber lange, lange hielt... An den lichten Waldrändern und auf Lichtungen im Kiefernwald verströmt Calluna vulgaris nun wieder ihren lilarosaroten Farbenrausch. 




 



Zu dieser Spätsommer-Frühherbst-Jahreszeit ist sie noch einmal willkommene Bienenweide. (Die erhältlichen modernen Garten-Sorten in verschiedenen Farben sind leider meist "dauerknospend" gezüchtet, um Winterblühaspekte zu suggerieren und sind damit ohne Wert für die Insekten...)









Dann kommt mal noch ein paar Schritte mit in mein Stückchen Kiefernwald vor der Haustür.





 


Und nun seid ihr dran.

Den Natur-Donnerstag bekam ich im April von Jutta zur weiteren Pflege anvertraut. Hier könnt ihr auch in ihre 78 Sammlungen noch einmal hineinschauen. Und hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  







Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann jede Woche von Donnerstag 8.00 Uhr bis Freitag 22.00 Uhr. Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.

Ich bedanke mich bei euch sehr, auch wenn ich es nicht immer schaffe, bei jedem vorbeizuschauen...


Kommentare:

  1. Liebe Ghislana,
    mit der Versiegelung, das ist schlimm und gehört eigentlich verboten. Nun gibt es hier in Ba-Württ. allerdings eine Verordnung, die sagt, dass man nur eine gewissen Quadratmeterzahl versiegeln darf, aber das ist ne ganze Menge. Was ich hier sehe, ist, dass nahezu jeder Vorgarten und auch Garten versiegelt ist.
    Zwischendrin steht ein Baum mit etwas Erde, damit ja, per Gesetz das Wasser ablaufen kann. Ich finde es nicht so schön und gerade wird hier durch eine Gartenbaufirma ein Garten versiegelt. Zwischendrin mit Hauswurz usw. soweit ja schön, aber es sieht nicht schön aus. Die Leute möchten Garten, aber nichts tun.
    Kann ich ja verstehen, aber ich habe auch dieserhalb keinen Garten. Mal sehen, wenn es mit der Versiegelung wieder unmodern wird. Ich bin froh, dass unsere Parkanlage noch nicht versiegelt wird und wir Eigentümmer hätten da wohl auch was dagegen. Ich genieße das.

    Habe einen schönen TAg und liebe Grüße Eva

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  2. Huch, nimm mal das eine "m" bei Eigentümer weg.

    LG Eva

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  3. Danke....wieder was gelernt. Es ist ja unglaublich...dann ist die gezüchtete Heide im Laden auch schon wieder nutzlos für die Bienen. Das wusste ich noch gar nicht. Bloß gut, dass ich noch keine gekauft habe. Das sieht so schön aus, wenn sie blüht...aber dann eben nur dort, wo sie auch hingehört. Deinen Ärger wegen dem Komposthaufen kann ich gut verstehen. Habe hier im Frühjahr ähnliches am Waldrand entdeckt. Wir feiern heute Geburtstag...der Sohn wird 13 und das Wetter ist fürchterlich. Regen, 11 Grad....brrrr.
    LG Sigrun

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  4. Ach, hast Du es schön vor Deiner Tür!
    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann kann man nur ans Wasser, wenn man dort wohnt?Das ärgert mich auch immer wieder! Ab und an gibt es ja auch Gemeinden, in denen das Ufer für alle zugänglich sein muss.So sollte es überall sein. Wasserzugang als Grundrecht.
    Herzliche Grüße, Taija

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    1. Ja, so ein Grundrecht wäre toll. Aber hier sind die Strukturen seit bald 100 Jahren sehr verfestigt mit Grundstücken bis ans Ufer ... Und auch die früher in den Planungen vorgesehenen bebauungsfreien und zugänglichen Plätze, Wäldchen, Parks sind heute nur noch sehr eingeschränkt vorhanden... Es gibt öffentliche Zugänge, aber eben in meinen Augen viel zu wenige..., und wenn die kleinen lauschigen unscheinbaren dann noch so aussehen wie oben, vergeht einem als Besucher alles... LG Ghislana

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  5. Liebe Ghislana,
    ein paar ganz liebe Grüße von uns für dich!
    Wir freuen uns sehr bei dir mitmachen zu dürfen,
    so gerne sind wir dabei!
    Toll, dass es dieses Projekt gibt!

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  6. Liebe Ghislana, ich kann sehr gut nachvollziehen, was in Dir vorgeht. Zum einen, Kompostablagerungen außerhalb des Gartens, das finde ich einfach frech. Kommt bei uns oft am Waldrand vor, an Parkplätzen, da liegen dann ganze Berge von ausgerissenen Pflanzen und manchmal auch anderer Müll ... da könnte ich .. ich sags lieber nicht! Die Versiegelung ist auch wirklich eine Unart. Bei uns zahlt man mehr Abwasser, da an solchen Stellen das Wasser ja auch nicht natürlich versickern kann. Ich denke immer, wer eigentlich keinen Garten pflegen möchte, der sollte auch keinen haben, da reicht auch ein Balkon..... So jetzt bin ich in Rage .... Aber wenn ich in deinen Garten schaue, dann kann ich wieder zur Ruhe kommen ... noch eine Hängematte zwischen den Kiefern und ooooohm! LG Marion

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  7. besenheide (bruyère commune) finde ich immer so schön mit ihren zarten färbungen und hier in der nähe mit berg & waldlandschaft wächst sie dazwischen * bei dir unter kiefer sieht es wunderbar aus und ist auch eine nützliche nahrung für wildtiere *
    liebe grüsse

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  8. Liebe Ghislana,
    die Pflege öffentlicher Gelände, egal ob Wiese oder Wald wird heutzutage sträflich vernachlässigt. Geldmangel regiert und alles wird auf die Bürger abgewälzt. Das ist wirklich sehr, sehr schade und macht den Bürger traurig.
    Gerne bin ich mit Dir den Naturweg nach Hause gegangen.
    Lieben Gruß
    moni

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    1. Und da wo "gepflegt" wird, wird hemmungslos übertrieben, nichts Wildes darf erblühen, sofort ist der Mäher oder der Freischneider da ;-(. Ordentlich und sauber soll's sein, ohne Rücksicht auf Lebendigkeit...

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  9. Ach, Ghislana. Ich verstehe Seinen Zorn so gut.. mir geht es da nicht anders. Wenn ich nur an die neugemachten Vorgärten denke.. aaargh! Ich habe heute für den DND Topinambur-Pflanzen mitgebracht. Der Regen der vergangene Tage macht sie hübsch prall für die Ernte. Grüne Grüße, Nicole

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  10. Liebe Ghislana, das ist eine wirklich schöne Landschaft, in der Du Zuhause bist.
    Weniger schön ist es, dass viele Menschen achtlos mit der Natur umgehen.
    Ich glaube allerdings, dass auch dieses Fehlverhalten so ganz langsam selbst zu den Betonköpfen Zugang findet.
    Einen lieben Gruß, Angelika

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  11. Liebe Ghislana,
    Waldspaziergänge sind immer wieder herrlich, und sie
    tun der Gesundheit und Seele gut.
    Auserdem ist es spannend, weil man mit offenen Augen viel schönes
    finden/sehen kann.

    Lieben Gruss, Elke
    --------------------
    https://promocia.wordpress.com/

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  12. Liebe Gishlana,
    heute verlinke ich meinen ersten Beitrag bei Dir und danke für die Einladung zum DND.
    Gerne komme ich mit Dir in Dein kleines Stückchen Kiefernwald, wie schön, dass Du ihn direkt vor der Haustür hast. Dort kann man sich in der Natur sehr wohl fühlen.
    Besenheide finde ich wunderschön, nur schade dass die gekauften Pflanzen nicht mehr das sind, was sie sein sollten...

    Liebe Grüße schickt Dir Traudi.♥

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  13. oh jaa..
    hier gibt es sie auch schon die pflegeleichten Vorgärten..
    ein paar Platten .. grober Kies und ein paar in Form geschnittenen Koniferen
    das wars dann ..
    der Blätterhaufen sieht aus wie von der Komune abgeladen ..
    hier gibt es auch stellenweise im Herbst solche Berge ..
    doch dein Kiefernwald entschädigt dich ja
    ich liebe im Wald auch die Brachstellen (z.B. unter der Stromleitung) wo sich die Heide ansiedeln kann
    liebe Grüße
    Rosi

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    1. da mein "richtiger" Naturbeitrag noch " brütet " habe ich diesen beigesteuert.. hat ja auch etwas mit Natur zu tun ;)
      LG
      Rosi

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  14. Hallo liebe Ghislana,
    was derzeit in Sachen Gartengestaltung abgeht, ist absolut grässlich. Am schlimmsten sind die bei uns neuerdings verwendeten Zäune - geflochtener, schwarzer Kunststoff ist der absolute Hit! Kürzlich bekam wieder ein Haus, das vorher über einen schön bewachsenen Garten mit Teich verfügte, neue Besitzer. Frag nicht, was die damit angestellt haben. Unser Nachbar gegenüber, selbst Gartenarchitekt, erzählte mir, dass der neue Besitzer sogar ebenfalls Gartengestalter sei - ein Schande für die ganze Zunft. Sagte er wortwörtlich. Es ist wirklich traurig. --- Deine blühende Heide finde ich wunderschön. So etwas gibt es bei uns leider nicht. Allenfalls im Botanischen Garten :-)
    Herzliche Grüße
    Elke
    ______________________
    www.mainzauber.de

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  15. Wie ein schwebender lila Teppich im Wald.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  16. gerade gestern hab ich einen spaziergang durch unser dorf gemacht und war bei zwei häusern/grundstücken, die wohl kürzlich verkauft wurden, völlig entsetzt. wo früher eine wunderbare rosenhecke und ein weg begleitet von lavendel und sommerblumen war, ist jetzt schotter und ein gepflasteter weg ohne jegliche bepflanzung. ansonsten gibt es englischen rasen statt einer wiese, die im frühling voller schneeglöckchen war.... ich hätte am liebsten geklingelt und den leuten meine meinung gesagt. beim anderen war gleich das kleine alte hexenhaus ganz abgerissen worden. der ehemalige garten - früher voll mit hecken, obstbäumen und stauden - war eine bauwüste ohne baum und strauch. ich hätte schreien können!!!
    gelernt habe ich aber jetzt von dir, dass das in der gärtnerei verkaufte heidekraut unnütz ist (außer, dass es hübsch aussieht). gut, dass ich es heute nicht gekauft habe. ich werde mich mal auf die suche nach dem richtigen begeben.
    liebe grüße
    mano

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  17. ...ja es ist gruselig, liebe Ghislana,
    was manche aus ihrem "Garten" machen...letztens sah ich im Ort einen Mann, der auf den Knien über die weißen Kieselsteine im Vorgarten rutschte und mit der Pinzette das Grüne raus gezupft hat...unglaublich...da schaue ich mir lieber deinen schön blühenden Teppich im Wald an...und klar, wenn an der Lärmschutzwand nicht gepflanzt wird, werde ich zumindest ein paar Samen verlieren ;-),

    liebe Grüße Birgitt

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  18. Hallo Gishlana,
    ich mag die Kiefernwälder und Heiden um Berlin herum sehr. Der typische Geruch steigt mir sofort in die Nase.
    Ja, der Saale-Unstrut Wein ist sehr gut, vor allem seit 2015 durch die steigenden Temperaturen (leider).
    Viele Grüße, Synnöve

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  19. Es ist ganz toll, liebe Ghislana, wenn man solch einen Kiefernwald mit Heidekraut vor der Haustüre hat.
    Liebe Grüße, Edith

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  20. Liebe Ghislana,

    das hat sich wirklich gelohnt, eine Bushaltestelle eher auszusteigen. Einen schönen Weg bist du gelaufen und du hast schöne Bilder gemacht. Für deinen Seelenfrieden hast du den schönen blühenden Garten gefunden. Es ist leider so, dass vieles versiegelt wird. Ein Grundstück mit Garten ja, aber bitte möglichst ohne Erde. Sehr schade! Liebe Grüße! Birgit

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  21. Liebe Ghislana, diese Versiegelung, ich nenne es tote Gegend ist schlimm...schön ansonsten wie du da wohnst und wieder was gelernt, mit den modernen Garten-Sorten in verschiedenen Farben und dass sie leider meist "dauerknospend" gezüchtet sind und daher ohne Wert für Insekten. Mit fällt da wieder die Weissagung der Cree ein: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ Dir ein gutes Wochenende herzliche Grüße hier aus dem Ruppiner Land Anke

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  22. Liebe Ghislana,
    danke für diese wudnerschönen Bilder!
    HAb einen zauberhaften Tag und ein schönes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

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  23. Sehr lichtdurchlässig ist das Kiefernwäldchen, das kann die Bienenweide gut gedeihen. In unserem Dünengebiet habe ich sie noch nicht gefunden.
    Erst übernächste Woche bin ich vielleicht wieder beim Natur-Donnerstag dabei.
    LG Heidi

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  24. Kiefern vor der Haustür - schwärm! Und das Heidekraut hab ich als Kind auch sehr geliegt, gab wenig davon in unsrer Region.
    Ja die Häuslebauer halten oft nix von Natur, da überkommt mich hier auch das Heulen...
    Liebe Grüsze mit dem letzten Licht des Tages
    Mascha

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  25. Jetzt bin ich mal im Stress, was das Blogpost - Lesen anbelangt. D.h. gelesen habe ich, aber einen Kommentar zu hinterlassen - dazu reichte die Zeit dann nicht mehr.
    Wie vielfältig deine einzelnen Beobachtungen sind! Und nicht alle finden mein Wohlgefallen...
    Bon week-end!
    Astrid

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Ich freue mich sehr über eure Gedanken. Leider jetzt auch bei mir mit Sicherheitsabfrage. Mir wird das "Müll-Schaufeln" zu viel...
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